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Der marktgerechte Mensch

 

Deutschland 2020
Dokumentarfilm

Kinostart: 16.01.2020
Verleih: Salzgeber & Co. Medien GmbH
Regie: Leslie Franke
Drehbuch: Herdolor Lorenz
Kamera: Hermann Lorenz, Stefan Corinth, Felix Nasser, Severin Renke, Christophe Orcand, Edie Laconie, Carmine Grimaldi
Mitwirkende: Peter Ulrich, Eva Illouz u.a.
Laufzeit: 99 min, deutsch-englisch-französische OF, teilweise mit deutschen UT
Format: Digital, Farbe
Barrierefreie Fassung: nein
FSK: ab 6 J.
Altersempfehlung: ab 15 J.
Klassenstufen: ab 10. Klasse
Themen: Arbeit, Ausbeutung, Widerstand, Wettkampf, Kapitalismus
Unterrichtsfächer: Sozialkunde/Gemeinschaftskunde, Politik, Wirtschaft, WAT/Arbeitslehre, Ethik, Geschichte
 
Der marktgerechte Mensch wirft einen kritischen Blick auf die Arbeitswelt im Wandel und zeigt, dass Trends wie Outsourcing und Crowd-Working (Freiberufler/-innen erhalten durch Vermittlung auf digitalen Plattformen Klein- und Kleinst-Aufträge) das individuelle Wohlbefinden und den sozialen Zusammenhalt ernsthaft bedrohen. Zu Wort kommen unfreiwillig Selbstständige, geringfügig Beschäftigte, aber auch Lehrende an Universitäten, die nur Kurzzeitverträge erhalten und damit über keine soziale Absicherung verfügen. Es wird gezeigt, in wie vielen Arbeitsfeldern – etwa Dienstleistung, Einzelhandel, Lehre, Wissenschaft und Pflege – bereits ein Mangel an sozialer Sicherheit herrscht. Immer weniger Menschen profitieren von jahrzehntelang erstrittenen Solidarsystemen. Beispielhaft wird aufgezeigt, dass die Ausbeutung der Arbeitenden vielerorts keine Ausnahme, sondern die Regel ist. Eine mögliche Alternative bietet das im Film vorgestellte Modell des gemeinwohlorientierten Wirtschaftens, bei dem sich in der Bilanz eines Unternehmens nicht nur der finanzielle Gewinn, sondern auch die Gemeinwohlbilanz findet.

Die Filmschaffenden Leslie Franke und Herdolor Lorenz (Der marktgerechte Patient, 2018) beschäftigen sich schon lange mit der (kapitalismus-)kritischen Betrachtung gesellschaftlicher Entwicklungen. Ihr Dokumentarfilm wurde durch Crowdfunding finanziert und basiert auf Interviews, die sie mit Bildern aus der Arbeitswelt und Aufnahmen der Performance "1000 Gestalten" kombinieren, die während der G20-Proteste 2017 in Hamburg stattfand. Damals visualisierten hunderte grau gekleidete Frauen und Männer wortlos, wie sehr Druck und Konkurrenz dem Einzelnen zusetzen. Obwohl der Dokumentarfilm überwiegend auf klassische Experten-Gespräche verzichtet und Betroffenen das Wort gibt, erinnert die themenzentrierte Herangehensweise streckenweise eher an eine TV-Reportage als an einen Kinofilm. Dennoch lohnt sich die Betrachtung im Unterricht, weil die gut recherchierten Einzelschicksale die Kehrseite der "neuen" Arbeitswelt beleuchten. Zu den Stärken des Films gehört es auch, dass er den Blick über den europäischen Tellerrand wagt und zeigt, dass die New Economy längst auch jenseits des Äquators, wie in der äthiopischen Textilindustrie, angekommen ist.

Jobmodelle, die etwa durch flexible Arbeitszeiten Freiheit und Selbstbestimmung versprechen, wirken zunächst attraktiv. Es ist deshalb wichtig, auch die Nachteile solcher Arbeitsstrukturen zu besprechen. Dies kann im Rahmen der Berufsorientierung stattfinden, lässt sich aber auch in den Gemeinschaftskundeunterricht integrieren, in dem unter anderem die gesellschaftlichen Folgen flexibilisierter Arbeitsverhältnisse untersucht werden sollten. Ausgehend vom Film können Jugendliche selbst zum Thema recherchieren und dazu berufstätige Bekannte oder Familienangehörige interviewen. Dabei lässt sich nicht nur die aktuelle Lage, sondern ebenso die Frage nach sozialer Absicherung und Arbeitnehmerrechten erörtern (zum Beispiel in Hinblick auf die gewerkschaftliche Interessensvertretung). Grundsätzlich empfiehlt es sich, mit den Schüler/-innen die Haltung der Filmschaffenden zu ihrem Sujet zu analysieren und zu diskutieren. Dabei kann das Regie-Statement, das auf YouTube zur Verfügung steht (siehe Linkliste), herangezogen werden.
Autor/in: Luc-Carolin Ziemann, 16.01.2020
   

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