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Die Fertigmacher

Wo Demokratie sich den Finanzmärkten unterordnen muss, werden Gewerkschaften und Betriebsräte mehr oder weniger als überflüssig und zu Bekämpfende erachtet. So ist ein ganz neues Berufsfeld entstanden: Die Fertigmacher oder Union Buster. „Das sind Arbeitsrechtsanwälte, Wirtschaftsdetektive, Psychologen, die im Auftrag des Arbeitgebers Strategien entwickeln, wie man Betriebsräte klein kriegt“, erzählt Günther Knop, Betriebsrat der Post im Callcenter Schwerin. „Früher hat es das in Einzelfällen gegeben, aber erst seit der Deregulierung ist eine ausdifferenzierte Branche von professionellen Gewerkschafts- und Betriebsrats-Bekämpfern entstanden, übrigens ein überaus lukratives Geschäft! Durch ihren Einsatz ist heute die gesetzlich garantierte Wahl zum Betriebsrates ein riskantes Abenteuer geworden.“

"So schmeißen Sie Betriebsräte aus ihrer Firma, die nicht spuren! Sichern Sie sich jetzt den kostenlosen Praxisleitfaden „Kündigung von Betriebsräten“. Damit wirbt Michael G. Peters, Rechtsanwalt und ehemaliger Firmenkundenbetreuer einer deutschen Großbank. In seinem monatlich erscheinenden Ratgeber „ArbeitGeberRechte“ heißt es "So etwas, wie „unkündbare“ Mitarbeiter gibt es nicht. Egal, ob Betriebsratsmitglied, Schwangere oder Behinderte – wer sich nicht regelkonform verhält, FLIEGT RAUS!“

Für die Unternehmen konzipieren sogenannte Psychoingenieure „Human Ressource Management Konzepte“ bei denen die Angestellten in Kategorien eingeteilt werden. Zum Beispiel Günthers Kollegin Marie M. „Seit ich in den Betriebsrat gewählt wurde, gehöre ich nur noch zur Kategorie „Stück Holz“, also Abfall, der rausgekehrt werden muss. Ich habe hier als Lehrling angefangen und bin von der Geschäftsleitung immer gefördert worden. Meine Beurteilungen waren bis zur Betriebsratswahl hervorragend. Ich gehörte zu den High Performern. Der Absturz vom vorher stark protegierten Arbeitnehmer zum sogenannten Low Performer kam dann sehr plötzlich. Du wirst weder gegrüßt noch angesprochen. Wochenlang wurde ich von einem Detektiv ausspioniert.– meine Familienverhältnisse und die finanzielle Situation durchleuchtet, auch meine Nachbarn befragt – meine Leistungsbilanz, Gesundheit, psychische Verfassung und das Verhältnis zu den Kollegen beurteilt. Außerdem sind betriebliche Informationen nicht mehr bis zu mir durchgedrungen. In den Betriebsversammlungen wurden mir von der Geschäftsführung Fehler und Falschaussagen unterstellt. Und wenn sie eine Schwachstelle finden, stochern sie immer wieder rein.“

Alles dient dazu, deine Persönlichkeit schwer zu beschädigen,“ erklärt Günther Knop. Er ist mit der Arbeitsrechtsklage von Marie M. befasst. „Zu Weihnachten wurde sie plötzlich an einen anderen Arbeitsplatz versetzt, wo sie völlig allein war, praktisch nichts zu tun hatte, einschließlich Lohneinbußen. Und mit Arbeitszeiten, die für eine Alleinerziehende kaum zu managen sind. Marie M. ist dann psychisch zusammengeklappt. Sie ist fix und fertig und krankgeschrieben. Natürlich nehmen wir uns Anwälte. Aber das betrifft ja nicht nur Betriebsräte, sondern auch andere Gewerkschafter im Betrieb. Und schnell sind wir rund um die Uhr mit Klagen und Gegenklagen beschäftigt. Also sind das letztlich auch Strategien, um uns von unseren eigentlichen Kernaufgaben abzuhalten.“

   

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