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Eine Epidemie psychischer Beschwerden

Wir sind im Krankenhaus. Benno Fries` Partnerin, Mia Fries, ist seit fünf Jahren hier Fachärztin für Innere Medizin, am Ende eines Jahres immer mit der Unsicherheit, dass der Vertrag nicht erneuert wird oder die Bedingungen sich verschlechtern. Sie hat erlebt, wie in diesen fünf Jahren die Anzahl der PflegerInnen in ihrer Abteilung um ein Drittel reduziert wurde. Da die Bezahlung des Krankenhauses über zertifizierte Dienstleistungen erfolgt, müssen Mia und auch die PflegerInnen die Vielfalt ihrer Arbeit in zertifizierten Kategorien belegen. Diese Dokumentationspflicht nimmt fast die Hälfte der Arbeitszeit in Anspruch. Für die eigentliche Arbeit mit Patienten bleibt ihr immer weniger Zeit. Vor allem die Pfleger und Pflegerinnen sind völlig überfordert. Der ungeheure Stress bedrängt Mia mit einem zunehmend schlechten Gewissen gegenüber den Patienten. Sie behandelt eine Patientin, die über Herzrhythmusstörungen klagt. Dabei erklärt sie, dass jeder Patient mit einer Hauptdiagnose und maximal 2 Nebendiagnosen aufgenommen wird. Damit errechnet man wegen der betriebswirtschaftlichen Ausrichtung das von den Kassen zu bezahlende „Kostengewicht“ des Patienten. Das Verrückte dabei sei aber, dass innere Krankheiten wie Herzrhythmusstörung, Bluthochdruck, Schilddrüsenunter- und überfunktion oft eine psychische Komponente habe. Doch die sind in der Inneren nicht zertifiziert und werden nicht behandelt. Der Psychologie-Professor Dr. Mattias Burisch spricht im Zusammenhang der zunehmenden Anzahl psychischer Krankheiten von einer „Erschöpfungsspirale“. „Die psychische Überlastung durch Faktoren wie Arbeitsdruck, Verunsicherung, Zukunftsangst, und problematische Interaktion hat in den letzten 20 Jahren zu einer wahren „Epidemie“ psychischer Erkrankungen geführt.“ Den dadurch verursachten volkswirtschaftlichen Schaden bezifferte die Bundesregierung im Jahr 2008 mit 99,6 Mrd. Euro. Diese Zahl hält Burisch aber nach seinen Erfahrungen für eine Untertreibung.

   

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