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Moderne Sklaven oder Leben ohne Geld

Die deutsche Plattform für Crowdworker und Gig-Economy heißt „Clickworker“. Auch hier breiten sich diese „Jobs“, die u.a. auch den Mindestlohn unterlaufen, immer mehr aus. Der neueste Schrei ist „Kapovaz“. Schon 1,5 Mio. arbeiten in Deutschland auf dieser Basis. Man wird zwar angestellt, aber der Unternehmer entscheidet jeden Tag neu, ob man gebraucht wird, und wenn ja, wie lange. 24 stündige Verfügbarkeit ist Voraussetzung. Angesichts solcher Perspektiven gibt es immer mehr junge Menschen, die aus diesem „Zug“ aussteigen wollen: Sie möchten möglichst ohne Geld leben. Nicht weil sie müssten. Sie wollen vielmehr zeigen, dass es sich gut leben lässt, mit dem, was die anderen übrig haben.

Berlin. Im Kiezladen ist Brunch. Eingeladen hat Foodsharing.de, eine Initiative, die Lebensmittel aus Supermärkten abholt, die ansonsten in Containern gelandet wären. Nachbarschaftsinitiativen und eigentlich alle, die Bedarf anmelden, sind willkommen. Menschen aus allen Schichten, mit oder ohne Job. Viele von ihnen versuchen, fast ohne Geld auszukommen. Hier treffen wir die Juristin Sarah. Sie stört sich an den ökologischen und menschlichen Verwüstungen, die nicht wegzudenken seien angesichts all der billigen Lebensmittel-, Kleider- oder Möbelangebote. Deshalb engagiert sie sich bei Good Matters. Diese Organisation veranstaltet eine Art Gesellschaftsspiel, in dem es darum geht, ein Jahr ohne den Kauf von „Sachen“ auszukommen. Keine Möbel, keine Klamotten, kein Computer. Man hat aber zwei Joker für je eine neue Sache. Diese Lebensweise werde immer gesellschaftsfähiger, sagt sie, Obama habe ja auch nur zwei Anzüge. Sie geht mit uns in den Umsonst-Laden im Nachbarschaftsladen Berlin Friedrichshain. Jens organisiert den Laden: „Leute, die etwas übrig haben, bringen das hier her. Und diejenigen, die etwas brauchen, können es sich mitnehmen. Um Handel zu vermeiden, gibt es nur eine Regel: Jeder darf maximal fünf Sachen heraustragen. Wer etwas mitnimmt, erfährt nicht die Diskriminierung von Bedürftigen. Jeder kann kommen, unabhängig von Bedürftigkeit. Und wer etwas bringt, ist kein Wohltätiger. Wir praktizieren bedingungsloses Teilen. Das Ziel ist die Unabhängigkeit von Geldwirtschaft. Immer mehr Wachstum und Profit ist keine Perspektive. Letztlich haben wir die Hoffnung, dass dieser Umsonst-Laden die Keimzelle einer solidarischen Gesellschaft ist.“

Paris. Die vielbefahrene Stadtautobahn, darunter im Erdgeschoss das gigantische Pariser Umsonst-Restaurant „Freegan Pony“. Das heutige Menü: Wassermelone mit Minzblättern, Auberginen-Kaviar und Kokosplätzchen. Alles, was auf den Tisch kommt, ist auf dem Großmarkt übrig geblieben und wäre auf dem Müll gelandet. Immer mehr Sterneköche stellen sich mal einen Abend hinter die Herdplatten in der Küche des „Freegan Pony“. Sarah Elgrably, Inhaberin eines Catering-Service mit veganer Kost, kocht hier heute zum ersten Mal, es gefällt ihr ungemein. "Weil wir hier alle im Team arbeiten, uns miteinander austauschen. Der Ort wirkt wie ein moderner Kibbuz.". Das Bier auf der Theke wird von einer nahen Brauerei spendiert. Sarah: „Vom Herd aus sah ich zwei Frauen, die beide ihr Essen abholten: die eine sichtbar aus großbürgerlichen Verhältnissen, die andere obdachlos. Ich konnte es gar nicht fassen, dass bei uns zwei so unterschiedliche Welten aufeinandertreffen. Aber genau das wollen wir auch mit unserem Restaurant."

   

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