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Flexibilisierte Menschen in einer flexibilisierten Produktion

Die Kehrseite des Erfolgs ist der Einzug flexibilisierter Menschen in eine flexibilisierte Produktion. Für viele Beschäftigte mag diese Entwicklung der Beginn einer neuen großen Freiheit sein. Die meisten empfinden das gleichzeitig aber als große Verunsicherung und fühlen sich dem nicht gewachsen. Michael Hartmann, Professor für Elitensoziologie rechnet uns vor.: „Vor 20 Jahren waren in Deutschland 67,7% der Beschäftigten in einen Vollzeitjob mit Sozialversicherungspflicht. 39% sind es nur noch heute! 43,5% der Menschen arbeiten in permanenter existentieller Unsicherheit! Knapp die Hälfte der Beschäftigten befindet sich in Praktika, wiederholt befristeter Arbeit, Werkverträgen und Leiharbeit. Manch gut Gebildete haben 3 Jobs, um über die Runden zu kommen.“ Sogar die vollkommen ungesicherten Jobs der „Crowdworker“ (Internet-Arbeiter) und der „Gig-Economy“ (Auftragsarbeit per App) breiten sich gerade schnell aus. Diese Jobs funktionieren auf Honorarbasis und dabei gewinnt oft der Billigste: Eine Lektorin prüft das Buch eines etablierten Verlags für 7,90 Euro Stundenlohn. Das ist nicht der Mindestlohn.  Aber die Frau arbeitet ja frei und bestimmt ihren Preis selbst. Ein Pressefotograf erhält 40 Euro für ein abgedrucktes Bild. Selbst Professoren werden mittlerweile als freie Uni-Mitarbeiter eingestellt. Auf Internetplattformen wie MyHammer versteigern Handwerker ihre Arbeitskraft. Hier bekommt derjenige einen Auftrag, der sich für den niedrigsten Stundenlohn wie z.B. 5,80 Euro verdingt. Dabei wird der „Crowdworker“ ständig bewertet. Fällt die Bewertung unter 75%, bekommt er nur noch schlechter bezahlte Jobs. Großkonzerne wie Audi, Telekom, Henkel, Deutsche Bank oder Coca-Cola, aber auch NGOs wie Greenpeace lagern ihre Arbeit bei Crowd-Plattformen aus. Ganz neu sind sog. Bereitschaftsverträge, auf deren Grundlage beispielsweise Verkäuferinnen bei H&M oder Kuriere bei Foodora arbeiten. Sie müssen sich sechs Tage die Woche fast rund um die Uhr in Bereitschaft halten und dürfen dann doch oft nur die garantierten zehn bis 15 Stunden pro Woche arbeiten – und das für einen Hungerlohn.

   

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