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Rundbrief Februar 2017

Acht Männer reicher als die halbe Welt

Die meisten, die heute einen Job suchen, werden von „Arbeitgeber“- Seite darauf hingewiesen, dass man derzeit sparen müsse. Unbefristete und tariflich gebundene Jobs seien zu teuer und zu unflexibel. Die Mehrheit der Unternehmen schiebt eine Sparrunde nach der anderen, und immer wird zuerst beim Personal gespart. Das betrifft auch die meisten kommunalen und andere öffentliche Unternehmen. Wie in der Kranken- und Altenpflege wird ausgesourced und befristet, wo es nur geht - auch wo es gar nicht geht. 3,1 Mio Deutsche können sich nur als Multijobber über Wasser halten. 7,5 Mio. verdienen Brutto unter 10Euro /Stunde.

Das Ende der Arbeit?

Zusätzlich wird überall behauptet, mit der Digitalisierung und Industrie 4.0 würden immer mehr Arbeitsplätze verschwinden, ja die Arbeit selbst drohe mit der Digitalisierung immer mehr zu verschwinden.

Nein, nicht die Arbeit verschwindet!

Wer ins Krankenhaus kommt oder einfach nur alt wird, merkt, dass die Pflegekräfte überall soweit reduziert wurden, dass eine menschlich akzeptable Versorgung kaum mehr möglich ist. Eltern leiden unter personell schlecht ausgestatteten Krippen, Kindergärten, betreuten Spielplätzen und öffentlichen Schulen. Diese Liste könnte beliebig verlängert werden. Zusätzliche Arbeit wäre allerorten dringend benötigt.

Nur die Finanzierung der Arbeitsplätze ist zunehmend Mangelware

Wie kommt es, dass in den letzten 25 Jahren peu a peu das Geld für notwendige Arbeitsplätze immer rarer wurde? Ein Zwang unbeeinflussbarer Umstände? Nein, denn es ist kein Zufall, dass in derselben Zeit die wachsende Ungleichheit eines der größten Risiken unserer Gesellschaft wurde.

Reiche werden immer reicher

Und ein großer Teil der BürgerInnen wird existentiell zusehends verunsicherter.  Die Organisation 0xfam, die sich weltweit der Bekämpfung von Armut ver­schrieben hat, beobachtet seit Jahren die Zunahme der Ungleichheit. 2014 zeichnete Oxfam ein eingängiges Bild davon: Sie besetzten einen Bus mit den 85 reichsten Menschen der Erde, die über mehr Vermögen verfügten wie die ärmere Hälfte der weltweiten Be­völkerung. Die Größe dieses Busses schrumpft Jahr für Jahr. Derzeit reicht schon ein Mini‑Van für die acht reichsten Männer, ja es sind nur Männer,  die ebenso viel besitzen wie die ärmeren 3,6 Milliarden Menschen in der Welt.

Das Geld für mehr und bessere Arbeit ist bei den stetig reicher werdenden Reichen gelandet

Der Wirtschaftsnobelpreisträger Joeph Stiglitz wies anlässlich des diesjährigen Davoser Weltwirtschaftsforums in einem Gastbeitrag für die FAZ darauf hin, dass in den USA gerade ein Milliardär Präsident wurde, der sich brüstet, fast zwei Jahr­zehnte lang keine Steuern gezahlt zu ha­ben. Ein Konzern wie Appel versteuert nur 0,005 Prozent ihres Gewinns. In praktisch allen Unternehmen ist es derzeit üblich, „Steueroptimierung“ in Steuerparadiesen zu betreiben. Doch wer will sich dann wundern, dass Staaten und Kommunen die Steuereinnahmen fehlen, um die Gesundheitsversorgung und die Bildung angemessen auszustatten? Wenn sich dann noch die Länder gegenseitig in den Steuerwettbewerb treiben, dann sei das ein Rennen in den Abgrund, in dem wir BürgerInnen überall die VerliererInnen sind, betont Stiglitz.

Banken ist es erlaubt, ihre Gewinne hauptsächlich mit Spekulationsgeschäften zu erzielen. Doch das sei die Lizenz dafür, dass die Reichsten der Reichen einen Großteil des gesellschaftlichen Reichtums abschöpfen. Auch dadurch fehlen die Mittel für vernünftig bezahlte und dringend benötigte Arbeit.

Die Umverteilung von unten nach oben rückgängig zu machen

wäre möglich, wenn Konzerne ihre Gewinne dort versteuern müssen, wo sie entstehen, wenn wir die Regierungen dazu zwingen, dass die Staaten auf den unglaublichen Steuerwettbewerb verzichten, wenn Reiche endlich wieder angemessen besteuert werden. Das sind realistische Handlungsperspektiven. Der Film „Der Marktgerechte Mensch“ kann ein Werkzeug dazu sein.

   

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