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Förderung von unten für den Film "Der marktgerechte Mensch"

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Rundbrief April 2018 - jetzt sogar zwei Filme

Eigentlich waren unsere Dreharbeiten in den deutschen Krankenhäusern nur für eine Episode des Films „Der marktgerechte Mensch“ gedacht. Doch was wir dabei erlebten hat uns im wahrsten Sinne des Wortes einfach nicht mehr losgelassen. Und so haben wir  dort immer tiefer und tiefer „gebohrt“, sodass wir uns jetzt nun zu einer folgenschweren Entscheidung durchgerungen haben:

 Wir werden zwei aufeinanderfolgende Filme machen

  1. Der marktgerechte Patient (Fertigstellung Herbst 2018)
  2. Der marktgerechte Mensch (Fertigstellung Herbst 2019)

 Es gibt zwar bereits zahllose TV-Berichte über skandalöse Zustände in den deutsche Krankenhäusern. Erstaunlicherweise fehlt dabei aber der Bezug auf die wesentliche Ursache dieser Zustände: Die seit 2003 verbindliche Vergütung der Krankenhäuser durch sog. Fallpauschalen (jede diagnostizierbare Krankheit hat einen fixen Preis – wer mit möglichst geringen Personal-, Sach- und Organisationskosten den Patienten optimal schnell abfertigt, macht Gewinn – wer sich auf die Patienten einlässt und Tarife zahlt, macht Verlust). Die Einführung der sog. DRGs (Diagnosis Related Groups) war der radikale Schritt zur kompromisslosen Kommerzialisierung eines Bereichs, der bis dahin von Werten wie Barmherzigkeit, Demut und Aufopferung getragen wurde. Seither wird auch das Menschlichste und Verletzlichste des Menschen, unsere Krankheiten, den gnadenlosen Prinzipien von Gewinn und Verlust untergeordnet.

 Fatale Folgen der Fallpauschalen

Bezeichnend ist, dass in der Ankündigung des 17. Europäischen Gesundheitskongresses 2018, auf dem sich die Größen der Gesundheitspolitik und des medizinischen Business treffen, den deutschen Kliniken zwar gute Noten bescheinigt werden. Die größte Sorge sei aber, „dass viele Ärzte und Pflegekräfte nicht mehr gerne in ihrem Beruf arbeiten und sich andere Berufe suchen“. Die Flucht aus dem Krankenhäusern ist für PflegerInnen bereits real, weil sie trotz unsäglichem Stress nicht mehr zur wirklichen Pflege der Patienten kommen. Aber auch die meisten Ärzte sind es leid, gezwungen zu sein, in erster Linie auf die Profitabilität ihrer Abteilung zu achten.

 Hoffnungsschimmer bereits versunken?

 Offensichtlich ist die Angst vor Kliniken ohne Personal auch schon bei der Politik angekommen. So wurde in den Koalitionsvereinbarungen festgelegt, dass das Budget für die Pflege aus den Fallpauschalen herausgenommen wird. Damit wäre ein erster Pfeiler des marktgerechten Preissystems gebrochen. Der ansonsten gar nicht so progressive Krankenhausverband ließ sogar verlauten, sie würden sich unter diesen Umständen auch einer Abschaffung der DRGs nicht widersetzen. Allerdings wurde Herr Spahn Gesundheitsminister. Und wenn es nach ihm geht, wird es keine Abstriche an den Fallpauschalen geben.  

 In der SPD rumort es deshalb

 Und mit den Volksentscheiden in Hamburg und Berlin für „Mehr Personal ins Krankenhaus durch feste Personal-Patienten-Schlüssel“ erhöht sich der öffentliche Druck. In dieser Situation halten wir es für unsere Pflicht, als erstes einen eigenständigen Film herauszubringen unter dem Titel „Der marktgerechte Patient“ und ihn in diesem Jahr in die Kinos zu bringen. Viele hundert Veranstaltungen mit diesem Film sollen und können die Diskussion über die DRGs vorantreiben.

 Für den ursprünglich geplanten Film „Der marktgerechte Mensch“ werden wir erst danach die Dreharbeiten fortsetzen. Und dessen Premiere wird dann wohl nicht vor der zweiten Hälfte des kommenden Jahres sein.

 Zwei Filme statt einem

das heißt für uns aber leider wesentlich mehr Aufwand und mehr Kosten. Da wir keine finanziellen Reserven haben, müssen wir um 35.000€ weitere „Filmförderung von unten“ bitten.

 

   

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